Wem die Berichterstattung zum Zustand der EU zu langweilig ist, der guckte dieses Wochenende einfach bequem den Eurovision Song Contest und erhielt eine ebenso punktgenaue Analyse. Gleich vorweg: Die Schweiz war wieder mal nicht dabei. Italien wurde geliebt und mit Punkten überschüttet, auch wenn es so am Boden liegt wie die antiken Säulen im Bühnenbild der drei Tenöre. Man singt die Aria in Trümmern? Scheissegal, Hauptsache «bella figura»! Der Ausschnitt der griechischen Sängerin reichte so tief wie die Staatsverschuldung ihres Landes hoch ist. Russland bewies mit dem zweiten Platz, dass es in Europa nicht nur Länder, sondern auch Herzen annektieren kann. Gewinner waren, wie bei jeder Umfrage und Studie der letzten zehn Jahre, die Streber-Schweden. Deutschlands Beitrag hingegen war so fade wie ein Hosenanzug von Angela Merkel und bekam zum Schluss – worauf unsere Nachbaren kürzlich noch so stolz waren – eine schwarze Null.

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