Freude herrschte an der Gotthard-Eröffnung. Alle waren in Festlaune, und es gab selbst für Schweizer Verhältnisse wenig zu nörgeln. Einzig Gott sorgte wieder mal für Stress: Die reformierte Kirche durfte erst nach Protest und Schützenhilfe von Adolf Ogi mitsegnen, und der eingeladene Imam posierte noch vor ein paar Wochen mit einem bekannten Antisemiten auf Facebook. Hätte man Gott besser weggelassen? Nein, sagt Gerhard Pfister von der CVP, im Gegenteil. Er will wieder flächendeckend christlichen Religionsunterricht einführen und den Schulkindern zeigen, wo Gott hockt. Liturgie statt Biologie. Kinderbibel statt Rechenfibel. Weniger Euphorie für ihren Glauben dürften diese Woche die Dalai-Lama-Fans verspürt haben. Der 1959 nach Indien geflohene Tibeter mischte sich in die Politik ein und monierte, es gebe zu viele Flüchtlinge in Europa. Vielleicht gibt es einen Grund, warum Ihre Heiligkeit lächelnd und nicht sprechend berühmt wurde.

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