«Rock ’n’ Roll ist tot», schrieben die Zeitungen zum Tod von Lemmy Kilmister. Und so fühlte es sich an. Die Anteilnahme war riesig, und ich fragte mich, warum die halbe Welt um einen abgefuckten Engländer trauert. Aber weinten wir wirklich um Lemmy? Oder um das, wofür er stand und was uns schon lange abhandengekommen ist? Spass, Rausch, Ungehorsam! Er war ein authentischer Motherfucker mit klarer Meinung. Das ist selten heute in unserer Gesellschaft, wo die Salatgurke gesetzlich normiert und die Katze krankenversichert ist.

Wo an der Migrosklubschule «Clubbing», also korrektes Tanzen und Verhalten im Club, gelehrt wird. Lemmy hat Freiheit, Spass und Unabhängigkeit stellvertretend für uns gelebt – und jetzt, wo er tot ist, stellen wir die Leere fest. Lemmy, du alter Sack, ich wünsche dir viel Spass in der Hölle. Und uns allen den Mut, gnadenlos viel Spass zu haben, über die Stränge zu schlagen und der Welt immer mal wieder den Mittelfinger zu zeigen.

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