Geht nicht ins Militär, junge Männer, geht ein Jahr in die Dritte Welt, um Erfahrungen fürs Leben zu sammeln. Sagte der Investor Samih Sawiris letzte Woche. Da hat er recht, Reisen bildet. Nur leider – und da liegt Sawiris’ Denkfehler – trifft man in Thailand am Strand oder bei der Himalaja-Besteigung mittlerweile häufiger auf die Nachbarn als im Treppenhaus.

Ich finde, wer exotische Kulturen kennenlernen will, sollte das Ausland meiden. Wenn ich von Auftritt zu Auftritt reise, lerne ich exotische Orte kennen, die es früher nicht einmal auf die Hallwag-Landkarte schafften. Ich steige in die überfüllte, stinkende S-Bahn, die man eher mit Indien als mit Zürcher Unterland in Verbindung bringt. Steige um in korrupte Postautos und steige im Dorf bei der «Post» aus, die geschlossen wurde, weil der Schalter neuerdings neben dem Brotgestell im Volg liegt. Dafür braucht man nicht in die Dritte Welt zu gehen. Sawiris selbst machte es vor: Er ging nach Andermatt.