AC/DC wären der Teufel persönlich und ihr Konzert die Hölle, warnte mich die eifrige Christin vor dem Letzigrund-Stadion. Nun, heiss war es, und das Carlsberg-Bier mehr Qual als Verzückung. Aber sonst? Der Teufel Angus Young hatte weder Hörner noch Dreizack, er trug Schuluniform und spielte Gitarre. Seine Hilfs-Teufel waren vier ältliche Herren mit Bauchansatz, die Musik machten und den Leuten zuwinkten. Mit mir in der Hölle viele ältere Menschen, die statt zu heulen und zähnezuklappern zwei Stunden lang jubelten und tanzten. Statt nacktem Oberkörper und einer Kugel ums Bein trugen sie Krawatte, T-Shirts und lustige Hüte. Interessanterweise war ein Grossteil des Berner Gemeinderats auch beim Teufel. Also dort, wo ihn viele hin wünschen. Der Zug um Mitternacht zurück nach Bern war so überfüllt, dass die 1. Klasse für alle geöffnet wurde, und der Kondukteur unterlegte seine Ansage «nächster Halt: Olten» mit «Hells Bells». Himmlisch!

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